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Diese Internetseite befindet sich seit dem 1. Februar 2026 im Aufbau.
Sie wird verantwortet vom Verein Neuer Königsteiner Kreis e.V. in Kooperation mit den Königsteiner Vereinen Eugen-Kogon-Gesellschaft e.V., Verein für Heimatkunde e.V. Königstein und Denkmalpflege Königstein e.V.
Sie ist die öffentliche Plattform des von den vier Vereinen getragenen Projektes Forschungsstelle Jüdisches Leben, Nationalsozialismus, Entnazifizierung und Demokratiegeschichte in Königstein. Wir berichten hier über Projekte dieser Forschungsstelle, deren Ergebnisse in populärwissenschaftlicher Fassung auf der Internetseite www.koenigstein-museum.de zu sehen sein werden, im Kontext des „Digitalen.Statt.Museum.Königstein.“
Historischer Hintergrund
Königsteins Geschichte hat vor allem aufgrund seiner geographischen Nähe zu Frankfurt im 20. Jahrhundert eine besondere Wendung genommen:
Etliche Villen Frankfurter Bankiers und Geschäftsleute vor allem jüdischer Herkunft prägten das Bild; zusätzlich gehörte Königstein zwischen 1919 und 1929 noch zum Bereich der alliierten Rheinland-Besetzung, so dass in diesen 10 Jahren nach dem I. Weltkrieg hier französische und englische Truppen stationiert waren. Dennoch entwickelte sich die Stadt auch als Kurstadt weiter: Später sprachen die Nationalsozialisten vom „Judenkurort Königstein“.
Auch darin begründet sich die besondere Entwicklung der Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus und des II. Weltkriegs (Lazarette).
Die arisierten ehemals jüdischen Liegenschaften wiederum wurden nach 1945 u.a. durch die US-amerikanische Militärregierung genutzt („Victory-Guest-House“) oder vom Land Hessen neu verwendet (Villa Rothschild „Haus der Länder“).
Durch die Anwesenheit der Amerikaner wiederum erhielt Königstein neue „Zwangs-Bürger“, die in Königstein angesiedelt waren. Dazu zählten hohe Offiziere des Oberkommandos der Wehrmacht („Königsteiner Generale“), aber auch Persönlichkeiten, die im Zuge der „Nazi-Prozesse“ in Nürnberg und in der Folge von Nürnberg eine Rolle spielten. Der weltweit beachtete Prozess um Fritz Thyssen ist der bekannteste.
Einzelereignisse und bemerkenswerte Entwicklungen bzw. Veranstaltungen lassen den Eindruck entstehen, dass Königstein gerade in den Jahren 1946 bis 1952 eine ganz besondere Entwicklung nahm. Schlagworte wie „Katholische Akademie“, „Ostpriesterhilfe“, „Königsteiner Kreis e.V.“, „Gründung der Arbeitsgemeinschaft der CDU“, „Gründung der Jungen Union“ etc. deuten an, dass Königsteins Entwicklung sich sehr von der anderer Städte und Gemeinden rund um Frankfurt unterschied. Allein die zeitweilige Anwesenheit von Dwight D. Eisenhower in Falkenstein macht das deutlich.
Wie in den meisten Städten Deutschlands, insbesondere in kleineren Städten, ist diese Epoche von der Heimatforschung nie beachtet worden, natürlich auch ganz unterschiedlichen Gründen. Auch das Stadtarchiv Königstein ist dieser Sache nur einmal aktiv geworden, nämlich auf persönliche Veranlassung des (jüdischen) Stadtarchivleiters Heinz Sturm-Godramstein (Veröffentlichung „Juden in Königstein“).
Auch in der Restitutionsfrage der letzten Jahre taucht der Name Königstein auf (Restitution Vermögen Familie Goldschmidt-Rothschild).
Allein das topographische und zeitliche Nebeneinander von Verfolgten und Verfolgern, von Alliierten und deutschen Demokraten in und um Königstein ist ein spannendes, bisher noch nicht einmal ansatzweise recherchiertes Kapitel unserer nationalen Diktatur- und Demokratiegeschichte.
Ein kommunalpolitischer Grund für diese Forschungsstelle ist natürlich die Reaktion der Stadt Königstein auf den Versuch des Vereins für Heimatkunde mit der Einrichtung einer Dauerausstellung im ehemaligen Stadtmuseum Königstein zum Thema „Königstein 1945 bis 1952“, deren Gestaltung mit der Kündigung der Museumsräume durch die Stadt nach 55 Jahren einherging.
Die vier Vereine, die diese Forschungsstelle tragen, werden sich um öffentliche Förderung ihres Anliegens bemühen.
Bereits jetzt zeichnet sich aufgrund des aktuellen Verhaltens der Stadt eine konfliktreiche Arbeitssituation ab, die kein erfreuliches Licht auf die kulturpolitische Situation Königsteins wirft.
In kaum einer Stadt Deutschlands dürften deutsche Demokratiegeschichte und Nationalsozialismus bzw. dessen Bewältigung buchstäblich so nahe beieinander gelegen haben wie hier in Königstein: Allein die beiden Königsteiner Bruno Beger und Eugen Kogon sind dafür Symbole.